Geistergeburt

Ende der 70-ziger Jahre wurde der Gedanke gefaßt, für die Binsengeister einen Tanz oder etwas ähnliches brauchtumsmäßiges zu schaffen. Der damalige Vizevogt Helmut Grüner, Franz-Josef Grießer und Walter Meyer und dessen Frau traf sich um für die Binsengeister zu schaffen. Sie vertraten den Grundsatz dass die Binsengeistergeburt / Binsengeistererschaffung als Bestandteil des Binsengeister-Fischessens stattfinden sollte.

In verschiedenen Sitzungen und Besprechungen wurden die Vorstellungen der einzelnen Binsengeister konkreter und spezieller. 1988 wurde der Gruppe der Binsengeister das bisherige Konzept vorgestellt.

Die Binsengeister kommen aus den Binsengürteln rund um den See. Dieser Binsengürtel steht im Grenzbereich zwischen Wasser und Land. Im Sommer nämlich im Wasser und im Winter im Trockenen. Daher wird eine Kulisse gebaut, die diesen Grenzbereich im Winterzustand darstellt (Schwemmgut wie: alter morscher Kahn, angeschwemmte Wurzeln u. ä. sowie ein Lagerfeuer. Im Hintergrund mehrere Binsenbüschel.

Daher treten auch Personen auf, die zum Teil dem nassen Element – zum Teil dem Land – verwurzelt sind.

Es sind dies vom Land:
Kräuterweiber (Hexenähnlich ohne Holzmaske, verschliessene erdfarbene Kleider, Knorpelstock, Umhängekorb und in gebückter Haltung) und vom Wasser: Nöck´s (Seegeister) (Rupfenhäs grün eingefärbt mit Rosshaar und Hanfzöpfen, Netz über die Schulter mit Muscheln und Fischimitaten) und als Zauberer der „Weiße MannâEUR.

Die Figuren kommen zur Wurzel, werfen allerhand Zeug in die Wurzel und sprechen ihre Zaubersprüche. Der „weiße Mann“ verbindet anschließend durch seine magische Beschwörung diese Zutaten und ein kleiner Binsengeist entsteht und entsteigt der Wurzel. Dieser „neue“ Geist macht sich dann auf den Weg Richtung Wasser um die anderen Binsengeister zu Erwecken. Die ganze Geistergeburt wird mit mystischer Musik untermalt.

Die Geistergeburt findet an der Landzunge am Bodenseeufer (Bereich der Ladestrasse) statt. Diese ist mit dem alljährlichen Fischessen der Binsengeister verbunden. In dessen Rahmen erhalten auch die aufgenommenen neuen Binsengeister ihren Fischorden verliehen.