Buzenessen 2010

Am 20.11.2010 waren die Lindauer Pflasterbuzen zum alljährlichen Buzenessen zum Ritteressen nach Aulendorf gefahren.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Aulendorfer Stadtschlosses, bei der mancher der eisigen Kälte mit mehr oder weniger Glühwein und Punsch gefrönt hat, ging es in einem Fackelzug durch den Schlossgarten, vorbei an der Schwabentherme zu unserem eigentlichen Bestimmungsort: Dem Hotel Arthus, am Fuße des Schlosses.

„Gott zum Gruß“ hieß es sogleich von Mundschenk Michael, der die Gruppe durch den Abend begleitet und mit Argusaugen darauf achtete, dass sich jeder im warmen Rosenwasser die Hände wusch.

In einem separaten Ritterkeller âEUR“ nur für die Pflasterbuzen âEUR“ wurden wir zuerst in die Benimmregeln des Mittelalters eingeführt, was den ein oder anderen stark schmunzeln ließ. So heißt zum Beispiel ein umgelegter Trinkkrug „Ich möchte mehr zu trinken!“, Frauen sollten die Männer bedienen und auch die riesigen „Lätzchen“, die jeder um den Hals tragen musste, sorgten für den ein oder anderen gehässigen Spruch.

Mit vielen kleinen Witzigkeiten wurde der Gruppe die Zeit zwischen den jeweiligen Gängen verkürzt und nicht nur einmal musste man sich den bereits gut gefüllten Bauch vor Lachen halten.

Da mussten einmal zwei als Vorkoster vortreten und den Hauptgang probieren, dann wurde einer „gestraft“, da er während dem Speisen immer wieder unzüchtigen Bewegungen in Richtung der Freundin gemacht hatte und durch mehrere Handschläge der Damen auf den Allerwertesten bestraft wurde.

Das Essen wurde wie folgt aufgetischt:

Vorspeise: „Steinbrot mit Schmalz“

Suppe: „Flädli-Süppli“ –> zwei extragroße Flädle, die mit dem Daumen und Zeigefinger aus dem Sud gefischt werden mussten, um danach den Sud zu „schlürfen“.

Hauptgang: „gemischte Ritterplatte“ mit Hähnchen, Wildschweinbraten, Haxn, Weißkraut, Semmelknödel und Schupfnudeln. Dazu gab es noch eine hausgemachte Senfsoße.

Hier zeigte sich, wer nach den heutigen Sitten lebt und vorwiegend Messer und Gabel benützte, oder wer getreu dem Mittelalter die Hände verwendete.

Nach dem Essen beehrte uns noch eine Musikantengruppe, die mit Dudelsack, Flöten, Trommeln und anderen Instrumenten uns musikalisch in Stimmung brachten und es nicht lange dauerte bis zu den Trommelschlägen ein rhythmisches „Hängt den Hahn“ durch den Raum hallte.

Nach einer Zugabe beendete schließlich gegen 23 Uhr der Nachwächter die Veranstaltung, stellte noch einmal die gesamte Dienerschar vor und bedankte sich bei uns, was die Gruppe mit begeistertem Applaus zurück gab.

Mit dem Bus ging es dann wieder zurück nach Lindau und dort schlummerten die meisten und träumten vielleicht von den vielen Haxn, Wildschweinen und sonstigem Getier, das in fröhlicher Runde verspeist wurdeâEUR¦