Geisternacht

aus der Lindauer Zeitung vom 23.01.2008:

Gar gruselig: In Schlachters wimmelt es von Geistern

WEISSENSBERG/SIGMARSZELL (lz) – Geister aus der Region haben sich zu ihrem Ball in Schlachters getroffen: Rund 400 närrische Geister stürmten am Wochenende das Haus des Gastes. Der Weißensberger Narrenverein hatte dazu eingeladen, und dessen Weihergeistergruppe organisierte alles, was dazu gehörte. Die Geisternacht ist ein loser Zusammenschluss von Geistergruppen, die sich zu einem außerordentlichen Ball treffen.

Die Vizepräsidentin des Weißensberger Narrenvereins, Melanie Flax, und die Comoderatoren Andrea Steidle und Klaus Bodler führten durchs Programm. Der erste Teil galt den über 15 herbeigeeilten Geistergruppen, die sich in Modelcasting-Manier präsentieren durften. Sie wurden von einem Jury-Gremium auf „Posing“, „Action“ und „Ausstrahlung“ bewertet. Nacheinander traten Binsengeister, Aachgeister, Heilig-Hölzle-Geister, Esch-Dämonen, Schussengeister, Mahdgeister, Waldgeister, Quellgeister, Windgeister, Weihergeister, Bollenbachgeister, Waldschrat, Teuringer Johle, Schilfgeister, Wasenmoosgeister und die Gehrenbergler auf den Laufsteg. Die Jury erklärte in „salomonischer Weisheit“ die Mahdgeister aus Biberach zum ideellen Gewinner, weil sie im nächsten Jahr die Geisternacht organisieren werden. Jedoch durften sich auch alle anderen Geistergruppen über einen ersten Platz freuen.

Im zweiten Teil des Programms stellte Melanie Flax die Entstehungsgeschichte des Weißensberger Narrenvereins dar. Mit Brauchtums- und Showtänzen von den Geistergruppen aus Kehlen, Tettnang-Höll, Weißensberg und Raderach zog ein Hauch fasnächtlicher Geschichte durch die Halle. Den Höhepunkt bildete die mystische Feuershow des Weißensberger Narrenvereins, die viel Akrobatik der Darsteller im Häs einforderte.

Der Fanfarenzug König Wilhelm aus Langenargen erfreute mit Fanfarenstandards und modernen Rhythmen, und die Weißensberger Schalmeien steuerten fetzige Musikstücke bei.

Im dritten Teil wurde, wie es die Regel einer Geisternacht besagt, der als Holzschild gemachte Stammbaum der bisherigen Veranstalter dem Organisator der nächsten Geisternacht überreicht. Der Weißensberger Narrenverein, Gruppe Weihergeister, als 13. Ausrichter der Geisternacht, übergab hoch offiziell dieses Schild an die Mahdgeister der Narrenzunft Biberach.

Alle feiern Vereinsgeburtstag

Im vierten Teil bekamen die Esch-Dämonen aus Friedrichshafen einen Scheck in Höhe von 666,66 Euro als Preis für die Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“. Als nächster Preis soll das schönste Foto der Fasnet 2008 prämiert werden.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung hielt die Kaktus- und Partyband „Franky & Amigos“ die Narrenschar bis in die frühen Morgenstunden in Fahrt. Um Mitternacht feierten alle Gäste mit den Mitgliedern des Weißensberger Narrenvereins dessen 30. Geburtstag.

Auf einen Blick

Jedes Jahr lädt eine Gruppe ein

Die Geisternacht wurde 1996 von den Schussengeistern aus Langenargen zu deren 40. Jubiläum ins Leben gerufen. Sie wird seither jährlich von einer anderen Geistergruppe fortgeführt. Dieses Jahr waren die Weihergeister des Weißensberger Narrenvereins an der Reihe. Dokumentiert werden die Stationen durch Täfelchen auf dem sogenannten hölzernen Stammbaum, der immer wieder weitergereicht wird. Die nächste „Nacht“ wird 2009 bei den Mahdgeistern in Biberach gefeiert.

Artikel über die Geisternacht 2008 aus der Lindauer Zeitung als PDF