Fasnachtsvorschau

Aus der Lindauer Zeitung vom 20.02.2007

Fasnacht 2008: Kürzer gehtâEUR(TM)s fast nicht

LINDAU/NONNENHORN (rue) – Heute geht die Fasnacht zu Ende. Wem bei diesem Gedanken wehmütig zumute ist, den wird die Aussicht auf nächstes Jahr nicht aufheitern: Dann ist die Fasnachtszeit extrem kurz. Schon heute steht fest, dass es deswegen manche Veranstaltung gar nicht geben wird. Zum Beispiel keine Wagenfasnet in Nonnenhorn.

Aschermittwoch ist im kommenden Jahr zwei Wochen früher als heuer, nämlich schon am 6. Februar. Das bedeutet: Zwischen dem Dreikönigstag und dem Kehraus am Fasnachtsdienstag liegen gerade mal vier Wochenenden. An diesen wenigen Tagen wird die gesamte Narretei geballt aufeinander treffen âEUR“ oder aber zum Teil gestrichen werden.

Der Nonnenhorner Narrenverein hat sich bereits entschieden, seine Wagenfasnet um ein Jahr zu verschieben. Sie steht turnusgemäß alle zwei Jahre auf dem Narrenfahrplan und wäre eigentlich nächstes Jahr wieder dran. Aber wegen der extrem kurzen Fasnachtszeit wird sie auf 2009 vertagt, berichtet Peter Hanusch vom Narrenverein Nonnenhorn. Sonst müssten die ersten Wagenbauersitzungen schon in der Adventszeit stattfinden, sagt er.

Auch in Scheidegg gibt es wegen der kurzen Fasnachtszeit im nächsten Jahr keinen Umzug. Die Scheidegger konzentrieren ihre Kräfte aufs Jahr 2009, wenn ein Doppeljubiläum ansteht: Dann feiert die Narrenzunft 77 Jahre Fasnacht in Scheidegg und gleichzeitig elf Jahre Vollmitgliedschaft im Alemannischen Narrenring.
Zwischentitel

Die Narrenzunft Lindau bleibt dagegen im nächsten Jahr bei ihren Veranstaltungen. Den Fasnachtssonntag gibt es, wie Zunftmeister Udo Falge und Zunftkanzellar Thomas Freilinger schmunzeln, auch in einer kurzen Fasnachtssaison. So findet an diesem Tag traditionsgemäß wieder der Lindauer Narrensprung statt, der in diesem Jahr wegen des Landschaftstreffens vorverlegt worden war. Auch ein Fasnachtsball soll nach dem Willen der Narrenzunft wieder im Lindaupark stattfinden. Kinderball, Köfflerjuck, Buzentanz und andere Eckpunkte der Lindauer Brauchtumsfasnacht werden ihren Platz im Lindauer Fasnachtskalender haben.

Auf einen Blick
Vollmond ist entscheidend

Im nächsten Jahr fällt der Aschermittwoch auf den 6. Februar. Damit ist die kommende Fasnachtssaison nur zwei Tage länger als die denkbar kürzeste.

Wie kommt das? Entscheidend ist der Ostersonntag, der stets auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt. Da der kalendarische Frühling am 21. März beginnt, kann Ostersonntag frühestens am 22. März sein. Dann muss man 46 Tage (40 Fastentage plus sechs Sonntage, die nicht als Fastentage gelten) zurückrechnen. Dementsprechend fällt der frühest denkbare Aschermittwoch auf den 4. Februar. Diese Fasnacht wäre mit 28 Tagen die kürzeste aller denkbaren.

Die längstmögliche Fasnacht dagegen dauert 63 Tage, denn der späteste Termin für Ostersonntag ist der 25. April. Entsprechend fiele der Aschermittwoch in so einem Jahr auf den 10. März. Dieses Extrem wird im Jahr 2011 um nur einen Tag verfehlt: Aschermittwoch ist dann am 9. März. (rue)

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