Landschaftstreffen

Aus der Lindauer Zeitung vom 06.02.2007

Die Narren sind rundum glücklich

LINDAU – Rundum zufrieden sind die Verantwortlichen des großen Narrentreffens. Obwohl bis zu 20 000 Menschen auf der Insel ausgelassen gefeiert haben, ist alles reibungslos verlaufen. So ist nicht nur die Zunft selbst glücklich. Polizei und Rettungsdienste bescheinigen den Narren vorbildliches Verhalten.

Von unserem Redakteur Dirk Augustin

„Das war genauso, wie wir es uns erhofft hatten.“ Zunftmeister Udo Falge war am Tag nach dem großen Narrensprung noch ganz begeistert. Dass auch das Wetter mitgespielt hat, war das I-Tüpfelchen. Die Zahl der Zuschauer lässt sich schwer schätzen, aber es waren nach Angaben der Veranstalter mindestens doppelt so viele wie beim normalen Lindauer Narrensprung. Die Behörden gehen von rund 20 000 Besuchern aus, die am Sonntagnachmittag in mehreren Reihen den Weg von der Seebrücke durch die ganze Altstadt hindurch bis zum Zeltdorf an der Inselhalle gesäumt haben.

Froh ist Udo Falge, dass die Helfer dabei alle 7000 Umzugsabzeichen verkauft haben. Denn die Zunft geht mit der Organisation einer solchen Großveranstaltung ein erhebliches finanzielles Risiko ein. Auch wenn die Abrechnung der Narrennacht und einiger anderer Posten noch offen ist âEUR“ Falge ist zuversichtlich, dass am Ende sogar ein leichtes Plus für die Lindauer Zunft herausspringt.

Kein betrunkener Jugendlicher

Einhellig bescheinigen alle Beteiligten den Narren vorbildliches Verhalten. So ist es trotz der Menschenmassen, die ausgelassen und durchaus angeheitert gefeiert haben, nirgends zu einer Schlägerei gekommen. Als sich am Sonntagnachmittag an der Ecke Maximilianstraße/Zeppelinstraße ein Streit anbahnte, haben Zeugen gleich die Polizei gerufen. Lindaus Polizeichef Willi Böhm berichtet, dass vier Streifenwagen sich den Weg durch die Menge gebahnt haben, um den Streit im Keim zu ersticken. Das sei gut gelungen. Weitere Vorfälle seien ihm nicht bekannt.

Auch der Alkohol hat nach Auskunft der Verantwortlichen kaum zu Problemen geführt. Gerhard Weigl und Frank Grundkötter, die für das Rote Kreuz den Sanitäts- und den Rettungsdienst organisiert hatten, berichten von einem „sehr unproblematischem Wochenende“. Zwischen Samstagnachmittag und Sonntagabend habe man nur 25 Menschen verarzten müssen. Bemerkenswert findet es Weigl, dass kein einziger betrunkener Jugendlicher dabei war. Der Jugendschutz habe perfekt funktioniert. Böhm ergänzt, dass auch die Erwachsenen verantwortungsvoll mit dem Alkohol umgegangen seien, zumindest die, die mit dem Auto da waren. Denn bei den Polizeikontrollen war tatsächlich nur ein Autofahrer angetrunken. Böhm: „Wenn alle Festbesucher in Lindau das ganze Jahr über so disziplinär wären wie die Narren, dann hätten wir nie Probleme.“

Auf einen Blick
250 Narren helfen der Zunft
Das Großereignis haben sie gut hinter sich gebracht. Jetzt freuen sich die Moschtköpfe, Binsengeister, Kornköffler und Pflasterbuzen auf die verbleibende Fasnacht.

Die Anspannung sei groß gewesen, räumt Zunftmeister Udo Falge ein. Ein Jahr hat die Zunft an dem großen Landschaftstreffen gearbeitet. Dass alles so gut geklappt hat, sei sicher auch der aufwendigen Arbeit im Vorfeld zu verdanken. Vor allem in den vergangenen Tagen seien bis zu 250 Helfer der Zunft im Einsatz gewesen. Viele hätten sogar mehrere Schichten übernommen. Das mache deutlich, dass das Landschaftstreffen wirklich ein Fest der ganzen Zunft und nicht nur eine Sache des Vorstandes war.

Jetzt freuen sich die Narren auf die verbleibenden Tage bis zum Aschermittwoch, denn jetzt können sie unbeschwert die Fasnacht genießen. Das nächste Landschaftstreffen werden die Lindauer frühestens 2016 ausrichten. So bleibe in den kommenden Jahren der traditionelle Umzug am Fasnachtssonntag, der heuer ausfällt (die LZ berichtete). Zudem werde wohl der Narrenball im Lindaupark zum erfolgreichen Dauerbrenner. (dik)

Bericht zum Landschaftstreffen 2007 als PDF

Bilder vom Umzug als PDF