Brauchtumsvorführungen

Aus der Lindauer Zeitung vom 05.02.2007

Närrische Gestalten tanzen, was das Brauchtum hergibt

LINDAU (eka) – Brauchtumsvorführungen vor dem Alten Rathaus haben das närrische Landschaftstreffen Oberschwaben-Allgäu am Samstag auf der Insel eröffnet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Narrenzunft gab es auch eine ökumenische Andacht in St. Stephan.

Eine Gengenbacher Hexe hatte einen guten Üeberblick über das Geschehen auf dem Rathausplatz. Sie hatte einen Platz auf der Brüstung der Rathaustreppe ergattert, klammerte sich an einer Säule fest und sah zu, wie die Lindauer ihren Narrenbaum setzten.

Wie die schönen Weißnarren aus Geisingen/Baar mit dem schweren Gschell juckten und ihre wilden Hexen wie der Lump am Stecken mit den krummsten Besen der Welt tanzten, das war nach Meinung der Zuschauer Spitze. Von barocker Schönheit zeigten sich die Narren von Unteregeri im Kanton Zug. Ihre Holzschuhe klapperten auf dem Altstadtpflaster, dazu erklangen ihre Schweizer Ländlermelodien.

Die hübschen Plätzlenarren aus Konstanz wollte Ansager Narrenvater Herbert Baldauf an der Maximilianstraße empfangen, doch sie lugten hinter dem Rathaus hervor. Ihr stimmungsvoller Laternentanz klappte jedoch wunderbar.

Bei der ökumenischen Andacht mit den Rainbow-Singers, Lindauer Narrenzunftmitgliedern sowie den Pfarrern Eberhard Heuß und Dr. Andreas Specker, sah offenbar mancher Lindauer die Stephanskirche erstmals von innen, wie das Erstaunen über die umklappbaren Rückenlehnen bei der Predigt von Heuß verriet.

Artikel zum Landschafstreffen 2007 als PDF