Arbeiten statt feiern

Aus der Lindauer Zeitung vom 02.02.2007

Arbeiten statt feiern: Viele sorgen dafür, dass das Fest fröhlich bleibt

Während die einen feiern, haben andere Dienst: Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und technisches Hilfswerk sorgen beim Landschaftstreffen dafür, dass Verletzte verarztet, Vermisste gefunden und Staus vermieden werden. Nicht immer eine leichte Aufgabe.

Am Thema Alkohol werden sie nicht vorbeikommen: 60 Sanitäter sind am Wochenende auf der Lindauer Insel im Einsatz, berichtet Frank Grundkötter, Rettungsdienstleiter beim Kreisverband des Roten Kreuzes. Die meisten ihrer Einsätze werden erfahrungsgemäß mit dem tiefen Blick ins Glas zu tun haben. An zweiter Stelle stehen Stürze oder kleinere Verletzungen, zum Beispiel, wenn sich jemand an Scherben schneidet. „Größere Verletzungen gibt es manchmal bei Schlägereien, aber wir hoffen, dass es dazu gar nicht erst kommt“, sagt Grundkötter.
Feuerwehr ist überall bereit

Beim Landschaftstreffen sind außer den 60 Helfern ein zusätzlicher Rettungswagen und ein zusätzlicher Krankenwagen vor Ort. Dazu kommen zwei Bereitschaftsfahrzeuge, jeweils mit Besatzung. Einen zentralen Sanitätsraum wird das Rote Kreuz im Raum „Allgäu“ der Inselhalle einrichten. Dorthin kann sich jeder wenden, der ärztliche Hilfe braucht.

Auch die Feuerwehr hat einen Dienstplan für das Narrenwochenende erstellt: In der Freinacht sind neun Mann in der Hauptwache auf der Insel einsatzbereit. Während des Umzugs am Sonntag haben neun Feuerwehrler in der Wache Ost Dienst und wahrscheinlich sechs Kollegen in der Hauptwache. Weil der Umzug auch über die Seebrücke führt, wäre dort im Ernstfall ein langsameres Durchkommen als sonst, erklärt Kommandant Robert Kainz. Deshalb muss sowohl auf der Insel als auch auf dem Festland ein Team einsatzbereit sein. Die Wehrmänner kümmern sich nicht nur um eventuelle Brände, sondern auch um Unfälle, die bei der An- oder Abfahrt der Narren passieren könnten. „Beim letzten großen Umzug wurde beispielsweise ein Kind vermisst, das wir dann gesucht haben, einmal ist auch jemand ins Hafenbecken gefallen“, so Kainz.
Narren haben das Hausrecht

Präsent werden auch Polizeibeamte sein, die sich unters närrische Volk mischen. Und die müssen zuweilen „ein sehr dickes Fell haben“, wie Alexander Pfaff, stellvertretender Chef der Lindauer Polizei, sagt: Vor allem unter Alkoholeinfluss lockere sich oft die Zunge, und dann müssen sich Beamte manchmal sehr unschöne Dinge anhören. Auch auf den Verkehr hat die Polizei natürlich ein Auge. Dabei stehen ihr tatkräftig Helfer des Technischen Hilfswerks bei. Pfaffs Tipp: Da der Parkplatz auf der Hinteren Insel beim Umzug am Sonntag zwar offen ist, die Insel aber zwischen 11 und 18 Uhr für Fahrzeuge gesperrt ist, sollten Besucher das Auto möglichst außerhalb stehen lassen. Auf dem Parkplatz Blauwiese, beim Valentin-Heider-Gymnasium, bei der Berufsschule und beim Lindaupark gäbe es Parkplätze âEUR“ allerdings keine Pendelbusse. Außerdem weist Pfaff darauf hin, dass die Narrenzunft Lindau in der Freinacht in der Zeltstadt auf dem Inselhallenparkplatz das Hausrecht hat. Das heißt: Sie entscheidet, wer rein darf und wer nicht. Und diese Entscheidung gilt. (knf)

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