Gumpiger Donnerstag

Aus der Lindauer Zeitung vom 24.02.2006

Die Narren haben das Kommando

OB Petra Seidl darf sich von Strapazen des Wahlkampfes und dem Schrecken des Ergbnisses erholen. Jetz regieren die Narren. Vorher kamen die Stadtoberen gestern beim Henkersmahl noch einmal zu Wort. In Reimen ließen sie sich über Wahlkampf, Realschule, Verkehr, Bahn und anderes aus. Hoppla Ho!

Wenige Tag nach der Wahl fehlte es den Narren natürlich nicht an Themen. So hat sich nicht nur Narrenvater Herbert Baldauf in seinem Prolog geärgert „über alle, die nicht zum Wählen gegangen, die aber oft als Erste das Meckern anfangenâEUR. Seidl, die auch heuer als Fischerin vom Bodensee auftrat, gab den närrischen Ball vor allem an den Landrat weiter: „Ein Kreis-Karpfen geht in fremden Gewässern zu Werk, er schwimmt lieber im Nass von Baden-Württemberg.âEUR Für ihn hatte sie einen Rat: „Bevor man sucht die Gunst der auswärtigen Massen, sollte man das Fischgehirn einschalten, dann hätte er es gelassen.âEUR Henkersmahlzeit der Narrenzunft Lindau Landrat Seifert und OB Seidl

Leifert wiederum mokierte sich ausführlich über die Wahlkämpferin Seidl, die trotz Eiseskälte von allen Plakaten im Dirndl als „ObstblütenfeeâEUR geworben habe. Am Wahlabend sei ihr wohl kurz der Schreck in die Glieder gefahren: „Oh Gott, jetzt ist der Job bald weg. Doch was für ein Glück, es gibt ja bald Hartz vier, dann zahlt der Landrat mir mein BierâEUR. Auch heuer beklagte Leifert, dass die Stadt sich bei der Realschule sperrig zeigt: „In der freien Wirtschaft könnten sie so nicht besteh´n. Bald hieße es: Insolvenz anmelden, pleite geh´n.âEUR
Vizelandrat Theo Bihler freute sich als Alphirte, dass Lindau touristisch den Weg vom See zu den bayerischen Nachbarn gefunden hat. „Lindau im AllgäuâEUR, schlug er vor, solle die Palmen auf der Insel durch Kühe ersetzen. Für anstrengende Stadtratssitzungen hatte er Limburger, Milch und einen Rat dabei: “ Wenn Vogel Strauß noch ein paar Eier legt, und Henne Petra durch die Tagesordung fegtâEUR, dann seien alle Probleme im Handumdrehen erledigt.

Die „jungen Wilden aus der StadtverwaltungâEUR trugen ein Liedchen vor, das Hoffnung macht: Wenn im Stadtrat oder Kreis machmal keiner weiterweiß, schafft die Stadtverwaltung das sowieso.âEUR Deshalb sei es auch egal, wer unter dieser Verwaltung OB ist. Ludwig Knaus trug zudem ddie Moritat von der Obine vor, die „vermeintlich fest im SattelâEUR saß: „Frau Seidl hat zwar Träume, doch fehlt dazu das Geld.âEUR
Zu guter Letzt gab Zunftmeister Udo Falge dem Kanzellar Thomas Freilinger das Wort, der sich – „Tatütata, der Kainz war daâEUR – über den Feuerwehrkommandanten beschwerte, der mit bürokratischen Auflagen das schöne Fest im Lindaupark erschwert habe: “ Wie kann sich der nicht mit uns freuen ?âEUR

henkersmahlzeit