Narrensprung auf neuen Wegen

Aus der Lindauer Bürgerzeitung vom 17.02.2006

Narrensprung auf neuen Wegen

Keineswegs auf Abwege will die Lindauer Narrenzunft am Fasnachtssonntag geraten. Ein neuer, leicht verkürzter Umzugsweg soll den traditionellen Narrensprung auf der Insel für die hoffentlich wieder zahlreichen Besucher noch attraktiver machen. An drei Punkten entlang des Umzugsweges erhalten die Besucher zudem per Lautsprecher alle wichtigen Informationen zum närrischen Geschehen.

Wenn sich am Fasnachtssonntag pünktlich um 14.01 Uhr bei der Inselhalle der Zug mit 54 Gruppen in Bewegung setzt, liegt hinter den Organisatoren wieder jede Menge Arbeit. „Generalstabsmäßig“ geplant setzt sich die Narrengaudi über die Zwanziger Straße und die Zeppelinstraße in Bewegung. Beim Diebsturm wird Margit Praedel am Mikrofon beim Stand der Moschtköpfe dafür sorgen, dass die Besucher stets alle Informationen zu den einzelnen Gruppen erhalten. Üeber Inselgraben und Seehafen gehtâEUR(TM)s zum Reichsplatz. Üeber die Ludwigstraße geht das närrische Treiben weiter. Dem neuen, leicht verkürzten Umzugsweg folgend biegen die Narren heuer links ab und ziehen die Linggstraße hinauf zum Stiftsplatz und weiter zum Marktplatz, wo Vizezunftmeister Günther Elstner über Lautsprecher dafür zuständig ist, dass alle Infos zu den 54 Gruppen bei den Besuchern ankommen. Der Zug folgt nun der Cramergasse und der Maximilianstraße zum Alten Rathaus, wo Zunftmeister Udo Falge die Narrenschar höchst persönlich begrüßen wird. Am Rathaus sorgen die Binsengeister zusätzlich zum bekannten Glühweinstand dafür, dass niemand Durst leiden muss. Üeber die Schafgasse, die Grub und den Alten Schulplatz geht es zurück zum Ausgangspunkt bei der Inselhalle. Ein Disco-Zelt der Pflasterbuzen am Inselhallen-Parkplatz wird eher die jüngere Generation begeistern.

Traditionell startet der Zug mit dem Büttel der Narrenzunft. Ihm folgt lautstark und unüberhörbar der Fanfarenzug. Dann kommen die Narreneltern, die in der Kutsche und in Begleitung des Reitervereins Lindau die Besucher auf das närrische Treiben einstimmen sollen. Das Ende bilden die Narrengruppen der Lindauer Narrenzunft. Das Umzugsabzeichen âEUR“ eine Wäscheklammer, an dem die knallroten Umzugsprogramme mit der kompletten Zugfolge patentgefaltet gut befestigt werden können âEUR“ kostet 2,50 Euro. Obwohl der Narrensprung bei jedem Wetter stattfindet hoffen die Narren natürlich auf schönes Wetter, um den erwarteten 10.000 Besuchern wieder ein Narrenspektakel der Extraklasse bieten zu können.

Heiße Phase beginnt am Gumpigen Donnerstag
Die Narretei in Lindau geht bereits am Gumpigen Donnerstag in die heiße Phase. Zum Narrenwecken zieht die gesamte Zunft durch die bereits am Vorabend mit Binsen, Wäsche- und Fahnenleinen närrisch bunt geschmückten Straßen und Gassen. Mit viel Lärm sollen die Bürger auf das Narrenwochenende eingestimmt und natürlich auch geweckt werden. Pünktlich um 11.11 Uhr erhält die Stadtregentin Petra Seidl das schriftliche Ultimatum, die Stadt den Narren zu übergeben. Um 16 Uhr versammeln sich die Zunfträte und ausgewählte Zunftmitglieder im Sitzungssaal der Toskana, um mit der Obine und den Amtsleitern die Henkersmahlzeit zu genießen. In der Zwischenzeit haben die Narren den Narrenbaum vors Alte Rathaus gefahren, wo sich die Oberbürgermeisterin und Stadträte sowie die Amtsleiter versammeln, um den Ansturm der Narren abzuwehren. Ein Versuch, der natürlich wie jedes Jahr angesichts der närrischen Üebermacht von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Nach dem erfolgreichen Sturm des Rathauses wird die Stadtregierung abgesetzt erklärt und das Symbol der Narrenregentschaft, der Narrenbaum, aufgestellt. Natürlich darf bei dieser Gelegenheit auch der Moschtkopftanz nicht fehlen. Am Rußigen Freitag folgt der traditionsreiche Tanz der Pflasterbuzen und die amerikanische Versteigerung eines Hahnes.

Direkt vom Weltall in die Inselhalle
Bereits am Samstag, 18.02., steigt in der Inselhalle der Ball der Bälle. Ab 14.00 Uhr sind aber die Erwachsenen nur als Begleiter erwünscht, denn beim traditionellen Kinderball der Narrenzunft stehen natürlich die Kinder im Mittelpunkt. „Space-World âEUR“ Narren aus dem Weltall“ heißt das Motto. Bis 17 Uhr erwartet die kleinen Narren ein tolles Programm mit vielen Attraktionen und Höhepunkten. Und eines ist schon jetzt sicher: Die Nachwuchsnarren werden auch heuer die Inselhalle in einen Hexenkessel verwandeln und zum Zittern bringen. Jede Eintrittskarte nimmt an der Verlosung schöner Preise teil. Der Eintritt kostet 2 Euro.

Moschtköpf beim Umzug Narrensprung in Lindau
Fotos: links; Die Lindauer Moschtköpfe dürfen beim Narrensprung nicht fehlen. – rechts; Närrisch gehtâEUR(TM)s am 26. Februar ab 14.01 Uhr auf der Insel zu.