Vorankündigung Fasnachtsball

Aus der Lindauer Zeitung vom 04.01.2006

Narren verzaubern Lindaupark in Ballsaal

âEURAuf das Parkett passen locker 300 Leute.âEUR Nein, Thomas Freilinger nimmt nicht die Üebungsfläche einer Tanzfläche unter die Lupe: Besagtes Parkett befindet sich unterm Dach im Lindaupark, dort, wo am 11. Februar 2006 die Lindauer Narrenzunft mit vielen hundert Besuchern erstmals ihren Narrenball feiern wird.
Ein Einkaufszentrum als Ballsaal ? Wer sich das nicht vorstellen kann, der trifft sich mit Thomas Freilinger von der Lindauer Narrenzunft morgens um acht im Lindaupark, wenn die Türen und Fenster der Geschäfte noch geschlossen sind – und einem erst einmal bewusst wird – welche großen Verkehrsflächen dieses Haus besitzt.
Freilinger nimmt den Fahrstuhl ins Dachgeschoß und holt aus seinem dicken Zunftordner Lagepläne heraus: „An diesem Abend wird der Fahrstuhl umprogrammiert und von der Tiefgarage aus alle Besucher direkt ganz nach oben bringenâEUR, beschreibt er den Zugang zum Ballgeschehen. Und den Zugang werden auf jeden Fall nur über 18-jährige bekommen: „Wir kontrollieren den Einlass an Hand des Personalausweises, und zwar des OriginalsâEUR, hebt Freilinger ausdrücklich hervor.
2005 machte der Hoppla Ho Ball Pause. Das Geschehen am Fasnachts-Samstag in der Inselhalle hatte die Narrenzunft als Veranstalter dieses Balls nicht mehr überzeugt. Die jetzt an diesem Tag beginnenden einwöchigen Fasnachts- und Winterferien in Bayern trugen ein übriges bei, dass viele Lindauer lieber einige Tage zum Skifahren aufbrechen als zum Fasnachtsendspurt noch Bälle zu besuchen.

Vor diesem Hintergrund wurde die Idee geboren, den Narrenball zwei Wochen vorzuverlegen – und ihm einen völlig neuen Rahmen zu geben. Thomas Freilinger hatte in einem Gespräch mit dem Centermanager Jürgen Rockstroh die Idee mit dem Lindaupark als neuem Ballrahmen – und erntete ein spontanes „na klarâEUR. Das war im März 2005 gewesen.

Team tüftelt Konzept aus.
Seitdem steckt ein rund zehnköpfiges Team rund um Freilinger bis über bei Ohren in den Vorbereitungen. Da müssen die Standorte von Caipirinha-, Fassbier- und Flying-Hirsch-Bar (die alle von Zunftmitgliedern unter der Federführung von Margit Praedel betreut werden) festgelegt werden, der genaue Standort der zwölf Quadratmeter große Bühne vor dem Leuchtturm im Restaurant, auf dem die Band „LifeStyleâEUR spielen wird, oder aus des sieben mal fünf Meter großen Podestes im ersten Obergeschoss, auf dem die von Ela Vollmer organisierten Tanzgruppen auftreten.

Aber auch Birgit Schneider hat alle Hände voll zu tun: Sie koordiniert die Dekoration in den beiden Etagen, in denen sich der Narrenball abspielen wird. Und Lukas Garofalo hat aus den Reihen der Zunft eine rund 50-köpfige Security Gruppe zusammengestellt, die an diesem Abend im Lindaupark nicht nur optisch für Sicherheit sorgen wird. „Wir haben sicherheitstechnisch viel ausgetüfteltâEUR, stellt Freilinger fest: In seinen PLöänen sind dicke rote Fluchtwege für den Notfall eingezeichnet, auch eine Rotkreuzstation für kleinere Wehwehchen ist vorgesehen. Etliche Angestellte der Lindauparkgeschäfte nicken Freilinger schon lachend zu, wen er seine morgendlichen Runden durch das Einkaufszentrum dreht. „Hier wird ein DJ dann für Tanzmusik im ersten Stock sorgenâEUR, deutet der Cheforganisator auf eine Ecke neben dem Geländer, wo jetzt noch zwei kleine Fahrgeschäfte für Kinder stehen: “ Die Fläche davor hat die Größe eines VolleyballfeldesâEUR, Platz genug für jede Menge Tänzer. Das kleine Auto und das Pferdchen werden an jenem 11. Februar wie manches andere „mobile InventarâEUR des Lindauparks zur Seite weichen, bevor sich die Türen zum Ball öffnen.

Der steht natürlich unter einem Mott: „Auf der BaustelleâEUR werden im Ober- und Dachgeschoß Lauflichter, Baugrüste und -zäune und ähnliches zu finden sein. DAs ganze Deko-Material wird Karl-Heinz Schindler als Verantwortlichem für die Aufbauten kostenlos von Lindauer Baufirmen überlassen. Freilinger ist auf seiner Tour mittlerweile im Restaurant angekommen, das mit seiner kalten und warem Küche übrigends auch ins Ballgeschehen eingebunden wird: Für Restaurantleiter Michael Wiebeling und sein Team wird dieser Abend eine Herausforderung.

Einige Üeberraschungen geplant.

Freilinger unterdessen blickt am Leuchtturm hoch: „Hier ist die Decke höherâEUR sagt er vielsagend: Immerhin hat die Zunft für ihren Ball auch eine Akrobatikgruppe engagiert. Und er zeigt auf den mit Glas abgetrennten Nebenraum: „Das wird die BaggerbarâEUR schmunzelt er vielsagend, Licht und Deko sollen das ihre für die entsprechende Atmosphäre tun. Und dann steht Thomas Freilinger wieder auf dieser großen Parkettfläche, auf der jetzt noch Tische und Stühle zum Essen einladen. „Doch, das wird ein ganz toller AbendâEUR, ist das Zunftmitglied schon jetzt überzeugt.