Gumbiger Donnerstag

Aus der Lindauer Zeitung vom 04.02.2005

Politiker haben nichts mehr zu sagen

Die Narren haben gestern in Lindau die Regentschaft übernommen. Noch einmal durften sich die abgesetzten Stadtoberen bei der Henkersmahlzeit zu Wort melden – vor allem in Gedichtform. Ihre beliebtesten Themen: Die Straßenbeleuchtung und die Suche nach dem Hauptamtsleiter, das Krankenhaus und die Realschule.

Hoppla Ho! An närrischen Themen fehlte es nicht bei der Henkersmahlzeit, und sie waren ganz aus dem Lindauer Leben gegriffen. So erinnerte Narrenvater Herbert Baldauf daran, dass die Bahn mit Lindau ein „übles SpielâEUR spielt. Wenngleich sie ihren „BlödsinnâEUR bei den Schranken eingesehen habe, so steht es in den Sternen, wie es mit den Plänen zum Bahnhof weitergeht.

OB Petra Seidl mimte die Fischerin vom Bodensee und bekannte: Beim Blick auf die Finanzen werden man ganz bleich. Die Bäder und Straßenbeleuchtung waren ihren Beleg. Welche Lösungen der Landrat für Geldnöte hat reimte Seidl so: “ Der Wirtschaftler Leifert ist ein pfiffiger Finanzmann, der nun in die Taschen der Gemeinden langen kann.âEUR Als Fischerin pries sie auch die leckeren Fische an. „Ein Gourmet liebt die Zubereitung auf Müllerinnen Art, ein Rezept rein nach Müller wählt er lieber nicht, da etwas fad.âEUR Der Landrat daselbst prohezeite: „Touristen die am Abend flanieren, müssen mit brennender Kerze spazieren.âEUR Aus den Spendensammelaktionen für Stadtnikolaus und Wihnachtslichter und den Parkgebühren folgerte Liefert: „Die Stadt kriegt Gefallen am Kleingeldfluss.âEUR Anders die Suche nach dem Hauptamtsleiter: „Einen besonders Guten aus diesem Posten läßt die Stadt sich 30.000 kosten.âEUR Für den bisherigen Hauptamtsleiter Karl-Heinz Ball war dies gestern die letzte Henkermahlzeit. Für seine jahrelange Unterstützung der Lindauer Narrenzunft und Fasnacht verlieh ihm Zunftmeister Udo Falge den Zunfthut mit Fuchsschwanz. Mit dem Löwenorden der Narrenzunft zeichnete er den ebenfalls scheidenden Verkehrsamtsleiter Hans Stübner aus. Deiser war als nachwächter gekommen, der angesichts der ausgehenden Lichter seine Begleitdienste anbietet. Er suchte und fand Lichtgestalten, unter anderem „Sabne die ersteâEUR, die neue Geschäftsführerin von ProLindau, Sabine Lauffer. Zudem hat der Nachtwächter erfahren, wieso ProLindau zwei Geschäftsführer brauche: “ Die Sabine macht das Tagesgeschäft und der Hans den nachtwächter. Hört ihr Herrn und lasst euch sagen …âEUR Hoppla Ho!