Lindaus Narren in den Startlöchern

Aus der Lindauer Zeitung vom 13.11.2004

Lindaus Narren stehen schon in den Startlöchern

Die Zusammenkunft der Lindauer Narrenzunft am Abend des 11.11. im NZ-Fanfarenzug-Vereinsheim hatte durchaus auch einen ernsten Charakter. Es ging um die jährliche Narrenbelehrung. Zudem wurde der umfangreiche Terminkalender bekannt gegeben.

Fest steht: Die vielen Auswärtsauftritte fordern von den Hästrägern eine gute körperliche Kondition. Bei all dem soll natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Jedes Mitglied der Narrenzunft Lindau, so Zunftmeister Udo Falge, sollte für die Fastnacht nicht nur über eine Haftpflicht verfügen. Es gelte vielmehr auch, rücksichtsvoll mit Behinderten, Älteren und Schwangeren umzugehen und die Zuschauer nicht zum Mitmachen zu zwingen. Außerdem empfahl er: „Vorsicht mit dem närrischen Handwerkszeug!“

Es folgte die vorgeschriebene Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz für alle, die mit Lebensmittel Kontakt haben. Da hieß es beispielsweise: Bitte nach Möglichkeit durchgebackene Kuchen verwenden und sie vor der Sonne schützen. Nach dem Neujahrsblasen und dem Häsabstauben am 7. Januar besuchen die Narren in der Folge Langenargen, Schelklingen, Waldburg, Weißensberg, Bisingen/Hohenzollern, Oberreitnau, Zell, Friedrichshafen, Baienfurt, Ravensburg, Wangen und Bad Saulgau. Besondere Höhepunkte bilden das heimische Landschaftstreffen Oberschwaben-Allgäu mit Narrennacht in Tettnang sowie die Landschaftstreffen in Markdorf und Riedlingen.

Die Zunftversammlung entsprach einem Antrag der Pflasterbuzen, wonach künftig – wie anderswo im

Der närrischen Kamera stellten sich die beiden neuen Träger des Verdienstordensder Narrenzunft Lindau Robert Dellinger und Martin Lau. Sie erhielten diese Auszeichnungen für ungebrochenen, jahrzehntelangen närrischen Einsatz. Seit 25Jahren „jucken“ Erika Kirchmann und Josef Merk in der fünften Jahreszeit fürs heimische Brauch tum. Seit einer ganzen Generation, nämlich 33 Jahre, tragen stolz die Lindauer Masken und das Narrenhäs: Elke Bauer, Engelbert Rehm, Heinz Auer, Franz Dellinger, Robert Dellinger, Ruth Dellinger, Heidrun Wäger und Günther Elstner.

Schwabenland üblich – die Kinder bereits ab der Geburt Mitglied bei der Narrenzunft werden können. Die Ausstellung „Fastnacht in Tirol“ im Narrenschopf Bad Dürrheim dauert noch bis zum 12. Dezember, teilte der Zunftmeister mit und verlieh mit der Narrenschelle und einem Lindauer „Hopplaho!“ seinen Worten Nachdruck.

Insgesamt galt es, genau 66 aktive Narrenzünftier zu ehren. Da gab es zunächst die mit kräftigem Rätschengeklapper begleiteten Auszeichnungen für fünf, elf, 15 und 20 Jahre erlebte Narretei. Besonders fleißige Narren durften sich über das Zunftschild oder den kleinen Löwenorden freuen. FÜer die fleißigsten unter den Fleißigen, nämlich Siegfried Flachs und Eric Kappel, gab es den großen Löwenorden mit Anstecknadel.

Als höchste Auszeichnungen des Jahres ehrte die Lindauer Narrenzunft Hästräger mit 25 und 33 Jahren närrischer Aktivität und verlieh zweimal den Verdienstorden der Lindauer Narrenzunft.