Stadtfest

Aus der Lindauer Zeitung vom 19.07.2004

Chorgesang und Punk-Rock: Vielfalt fasziniert Jung und Alt

LINDAU (bero) – Vielfalt ohne Ende. Egal ob der Besucher Hardcore oder Jazzklängen den Vorzug gab, die Beschaulichkeit eines Innenhofs genießen wollte oder sich auf attraktive Tanzvorführungen ,freute – beim Stadtfest wurde garantiert jeder fündig. Samstagvormittag, 11.30 Uhr. Schon jetzt ist die Zufahrt nach Lindau über den Schönbühl gnadenlos verstopft. Denn neben dem Stadtfest lockte auch der Christopher street Day Scharen von Besuchern auf die Insel. So richtig zur Sache geht es um diese Zeit schon auf der Kinderbaustelle des Minimaxi. Hier ziehen die Kleinsten bereits ihre ersten Mauern hoch, die sich im Laufe des Nachmittags zu prächtigen Häusern und Türmen entwickeln. Jebenan lassen sich die Kids von eilem professionellen schminkteam verschönern. Oder wühlen sich während des Nachmittags auf der Suche nach Edelsteinen leidenschaftlich durch den Sand.
„Wir hangeln uns von einem Esnsstand zum anderen durch“, sagt In Familienvater schmunzelnd. Gyros und Dinnete hat er schon gekostet. Andere schwärmen vom indischen Essen auf dem Reichsplatz, den asiatihen Genüssen auf der Römerhanze oder den Schupfnudeln der Moschtköpfe. Doch allen Gaumenfreuden zum Trotz – die Hauptaufmerksamkeit galt den kulturellen Höhepunkten. Und während die einen sich bewusst ihre Rosinen herauspickten, pilgerten andere in Scharen über die Insel, um möglichst wenig der kulturellen Vielfalt zu versäumen.

Ein wenig abseits vom allgemeinen Trubel zog der Schrannenplatz seine Besucher magnetisch an. Chorgesang vom Feinsten war hiermit dem Tannerchor unq dem Eintracht Liederhort angesagt. Besonders der Auftritt des Liebesliederchores entpuppte sich als wahrer Genuss. Zu den echten Geheimtipps dürfte auchdas Konzert für Blockflöte und Gitarre im Orthaus zählen. Man hätte hier eine Stecknadel fallen hören können.

Vor dem Mangturm begeisterte der Zirkus Papperlapapp seine Zuhörer mit artistischen Jonglagen. Atemlos verfolgte die Menge den sagenhaften Auftritt von Alex, der die „Devils Sticks“ verblüffend virtuos herumwirbelte. Zur gleichen Zeit verfolgten Scharen von Besuchern die mitreißenden Tanzvorführ,ungen auf dem Barfüßerplatz. Bauchtanz, Flamenco, Video Clip Dancing, echtes Broadwayfeeling – wer Musik mit Rhythmus und Bewegung verbindet. kam hiervoll auf seine Kosten. Nebenan in der Barfüßerturnhalle gab Richard Gutensohn vom tc-75 einen mitreißenden Crashkurs in Sachen Linedancing.

Ein komplett eigenes Programm mit Schalmeien, einem Kabarettisten, verschiedenen Bands und der Feuerdrachen-Show hatten in diesem Jahr die Moschtköpfe auf die Beine gestellt. „Es ist uns wichtig, nicht nur zur Fasnetszeit an die Öffentlichkeit zu treten“, erklärt Thomas Freilinger das Engagement der Zunft. Völlig neue Akzente die Gerperschanze. Die Anwohner hatten eine Art Höhle zwischen See und dem engen Durchgang zur Schanze gebaut, der als Filmstudio umfunktioniert wurde. Mit dem Film „Der Lauf der Dinge“ sollte ein ruhiger Gegenpol zumTrubel des Stadtfestes gesetzt werden.

Musikalisch war einiges geboten. So sorgten unter anderem die. „Vivid Curls“, zwei junge Frauen mit Powerstimme, auf dem Barfüßerplatz für Gänsehautatmosphäre. Genial war auch der Auftritt von Filippa Gojo, die mit ihrer Jazz-Stimme begeisterte. Die Jazz-Formation „Jazzica“ sorgte ebenso für Begeisterungsstürme wie die Balus Crew. Ein Kontrastprogramm bot die Römerschanze mit dem Power Rock’n Roll von „Lucky Punch“ und den brachialen Klängen der „Eelshow“.