Leserbrief der Moschtköpfvögte

Aus der Lindauer Zeitung vom 21.05.2004

Fehlentscheidung rückgängig machen – Leserbrief zum Hickhack um das Lindau Open Air

Wir, der Vorstand der Lindauer Moschtköpf, beobachten seit längerem das Trauerspiel um das Lindauer Open Air. Aufgrund der aus unserer Sicht die Tatsachen verdrehenden LZ-Karikatur vom vergangenen Samstag, möchten wir hier die Gelegenheit wahrnehmen, das ganze aus Sicht eines mitwirkenden Vereins darzustellen.

Als wir im vergangenen Jahr von der Idee eines Open Airs im Strandbad hörten, waren wir sofort begeistert. Endlich ein Hauch von Aufbruch in Lindau! Das ganz Besondere daran war: Der Förderverein TSV Oberreitnau und 30 Lindauer Vereine wollten das Ganze gemeinsam anpacken. Das gab es in Lindau noch nie! Dieser Geist zog sich durch die gesamten Vorbereitungen. Speziell während des Konzertes half jeder jedem. Gemeinsamkeit war große geschrieben. Es war eine Knochenarbeit, aber allen hat es Riesenspaß gemacht – denn es war für ein erstes Mail wirklich hervorragend organisiert. Jeder fühlte: Das wird was Geniales!.
Um so erstaunter und entsetzter waren wir, als die Entscheidung fiel, dass der FV Oberreitnau nicht mehr Veranstalter sein sollte, sondern nur noch die Gastronomie übernehmen solle. Die Stadt und Koko seien ab sofort selbst Veranstalter. Die offizielle Erklärung, man wolle den FV TSV Oberreitnau vor eventuellem Minus schützen, war sehr seltsam, aber der FV hat trotzdem Ja gesagt, und auch wir waren bereit.
Doch jetzt begann erst das unsägliche Trauerspiel. Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Stadt, zusammen mit dem jetzigen Veranstalter Koko einen Interpreten nach Lindau zu holen, wurden wir langsam unruhig. Letztes Jahr waren um diese Zeit schon Karten im Vorverkauf … !
Wer sich ein wenig auskennt, der weiß dass Sponsoren schon längst ihren Etat verteilt haben, die Organisation der Zulieferer, Parkplätze und vielem mehr schon längst laufen müßte.

Nun hat sich der FV doch tatsächlich erdreistet (?!) den Termin anzumahnen. Vorsorglich haben sie auch ihre Fühler ausgestreckt, um ihr Kind zu retten. Sie hätten wieder eine tolle Sache an Land gezogen. Aber nein, die Stadt, die bisher ja nicht unbedingt durch organisatorische Fähigkeiten geglänzt hat, sagt wieder nein. Da drängt sich doch die Frage nach den wahren Hintergründen auf.
Tatsache ist: Hätte die Stadt den bewährten Veranstalter Förderverein TSV Oberreitnau machen lassen, wäre längst alles klar. Wer Nöder-Baldi und sein Team kennt, weiß das ! Angesichts dessen bitten wir die Verantwortlichen, sich noch einmal unter Einbeziehung der Vereine zusammenzusetzen, um schnellstmöglich eine Entscheidung herbeizuführen. In einer Zeit leere Kassen seitens der Stadt und der Einforderung von Frau Oberbürgermeisterin Seidl um mehr Engagement von den Vereinen sollten diese unterstützt und nicht verärgert werden.
Es war letztes Jahr so ein Riesen-Event, hat Lindau so viel positive Werbung gebracht – lasst uns das kleine Pflänzchen das das wachsen will nicht gleich wieder Neid, Missgunst oder politischen Taktierereien zum Opfer fallen. Es wäre ewig schade drum. Es ist noch nicht zu spät, Fehlentscheidungen rückgängig zu machen, denn das Ansehen in der Öffentlichkeit wächst bekanntlich mit dem Eingeständnis, einen Fehler begangen zu haben.

Also Verantwortliche des Stadt und Stadtrat: Wir bitten um Sofortreaktion !!
Robert Dellinger, Michael Schneider Lindau