Büttel läutet die Fasnacht ein

Aus der Lindauer Zeitung vom 14.04.2003

Neuer Büttel läutet die Fasnacht ein

LlNDAU (ka) „Nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht“, pflegen die Narren zu sagen: Bei der Hauptversammlung der Lindauer Narrenzunft wurde bekannt, dass die Moschtkopfgruppe beim Lindauer Stadtfest mitmischt, ein neuer Büttel der Zunft vorangeht und die Hästräger einen Narrenausweis mit ihrem persönlichen Konterfei – und ohne Maske – erhalten werden. Nicht nur große Konzerne, die viel Narretei produzieren, sondern auch die kleinen Narrenvereine rechnen in diesen Tagen mit dem vergangenen Jahr ab und versuchen einen Ausblick. So tat es auch der Lindauer „Narrenchef“, ZunftmeisterUdo Falge, im Fanfarenzug-Vereinsheim. Er erinnerte an die erfolgte Belehrung des Gesundheitsamtes wegen der Bewirtung beim Stadtfest, ließ noch einmal den Besuch in;l Narrenschopffest mit Narrenbörse in Bad Dürrheim Revue passieren und freute sich über die Teil nahme der Lindauer Narrenzunft beim Seebrückenfest.

Im vergangenen Vereinsjahr pflegten die Zünftier einmal mehr die Kontakte zu auswärtigen Narrenfreunden gestalteten auf der Lindauer Insel eine schöne Brauchtumsfastnacht und befreiten zusammen mit der Kolpingsfamilie die Lindauer von Altkleiderund Altpapier. Besonders wichtig ist ihnen auch ein guter Kontakt zu den Schönauer Hexen. Die Mitgliederzahl der Narrenzunft Lindau sank im vergangenen Jahr von 655 auf 622. Dies passierte nach Falges Worten vor allem wegen eines größeren Umbruchs beim Fanfarenzug, der inzwischen jedoch gemeistert sei. Die Laufnarrengruppe legte an Mitgliedern sogar zu. Der abschließende zunftmeisterliche Dank galt dem nach zwölf Jahren scheidenden Kassier Helmut Grüner: „Ein guter Zunftkämmerer ist fast noch wichtiger als ein Zunftmeister.“

Helmut Grüner bedauerte, dass im Zunfthäusle am Freitag „fast nix mehr los ist“ und empfahl, ein neu es Konzept zu überlegen. Die Narrenzunft Lindau habe in den vergangenen zwölf Monaten 2000 Euro für soziale Einrichtungen vor Ort gespendet, fasste Grüner zusammen. Zunftfilzer, AltbürgermeisterâEUR und Lindauer Ehrenbürger Josef Euringer, verriet, dass sich die närrische Buchhalterei auf insgesamt vier Ordner erstrecke.

Narrenvater Herbert Baldauf dankte Zunftmeister Udo Falgefürseine Arbeit und wünschte ihm scherzhaft „trotz Kinderwagenfahren auch weiterhin viel Kraft“. Baldauf ermunterte die Narren zu Toleranz, Arbeitseinsatz und Spaß an der Freud. Bei den von Josef Euringer geleiteten Neuwahlen gingen Vizezunftmeister Günther Elstner, Zunftkämmerin Petra Zapf, Zunftprotokoller Harald Schneider und Zunftfederfuchserin Claudia Bröcker als „Sieger“ hervor. Für 25 Jahre passive Mitgliedschaft erhielten Armin Sienz, Eugen Fischer, Ruth Schneider, Karl Brög, Melitta Wegner und Peter Bürklin die Ehrennadel in Silber sowie eine Urkunde.

In seinem Ausblick sagte Falge, dass das Zunfthäusle eine neue Heizung erhalte und die Küche teilweise erneuert werde. Passive Mitglieder dürften sich demnächst über ein kleines Mitgliedskärtchen freuen. Aktive Narren erhalten eine Doppelkarte mit Passfoto. Bei‘ anderen Zünften, so stellte Falge nach einer kurzen Diskussion klar, sei ein Bändei oder Ausweis aus guten Gründen heraus längst üblich und habe sich bewährt. Als neuer Büttel der Lindauer Narrenzunft konnte er unter großem Beifall Rudi Mäder vorstellen. Vor Ort nehmen die Narren aktiv am Seebrückenfest und dem Lindauer Stadtfest teil. gestalten eine Bewirtungsaktion zu Gunsten behinderter Kinder und feiern das Schwabenalter (40 Jahre) von Narrenzunft und Binsengeister.

Auswärts besuchen die Narren von der bayerischen Insel im schwäbischen Meer Narrentreffen im schweizerischen Willisau, badischen Singen und württembergischen Aulendorf, schloss Falge. Die Moschtköpfe gratulierten mit gestrickten Moschtkopf-Schuhen dem Zunftmeister zu seiner während und nach der Fastnacht überstandenen Vaterschaft.